"Ich erinnere mich noch gut. Es war eine lebhafte Diskussion unter Krankenhausseelsorgerinnen und Seelsorgern. Wir tauschten uns aus über die Frage: was ist das Eigentliche, das Unverwechselbare an der Seelsorge im Krankenhaus? Was unterscheidet sie z.B. von den verschiedensten psychologischen Angeboten? Einer der Kollegen brachte folgenden Satz mit in die Diskussion: „Durch meine Arbeit bringe ich Gott ins Krankenhaus.“
Ich habe eine Weile gebraucht, um genauer sagen zu können, was mich an diesem Satz so gestört hat. Und mir ist immer klarer geworden: nicht ich bringe Gott ins Krankenhaus, auch nicht in die Begegnungen in der Gemeinde hier im Schleidener Tal, auch nicht in unsere Gottesdienste, sondern Gott ist immer schon da. Das erlebe ich, das spüre ich, darauf hoffe ich, darauf vertraue ich.
Pfarrerin Heike Hirt geht in den Ruhestand
Es dürstet meine Seele nach Gott
Gott ist immer schon da und in all unseren menschlichen Begegnungen kann es nur darum gehen, dem Raum zu geben, nachzuspüren, sich hineinnehmen zu lassen.
Wenn Ihr diese Zeilen lest, bin ich (fast) nicht mehr aktiv in dieser Gemeinde dabei, sondern bin im Ruhestand.
Und bei der Verabschiedung von Hans-Peter Bruckhoff und mir predigen wir beide über den 63. Psalm, der mich schon lange begleitet hat und auch weiter begleiten wird.
Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir. So heißt es gleich zu Beginn des 63. Psalms. Und darin finde ich den Grund und die Ausrichtung meines Lebens als Christin, als Gott-Sucherin. Ich kann und darf nach Gott suchen, weil er immer schon da ist, da ist für dich und mich und für so viele Menschen, mit denen wir in unserem Suchen verbunden sind und bleiben.
Und diese Suche nach Gott, sie führt in Richtungen, die wir vielleicht gar nicht so schlicht vermutet haben:
• zu allererst in die Nachfolge dessen, in dem uns Gott in seiner ganzen Fülle begegnen will, in die Nachfolge des Jesus von Nazareth;
• dann in die Stille, in das Hören auf seine leise Stimme;
• und in die Gemeinschaft mit anderen, die mit auf dem Weg sind.
Das klingt so einfach und ist doch eine Bewegung, die ein ganzes Leben erfordert und ein ganzes Leben reich macht.
Ich bin unendlich dankbar, dass ich in dieser Gemeinde so aufgenommen wurde, dass ich hier eine geistige und geistliche Heimat finden konnte.
Ich bin dankbar für viele schöne Gottesdienste in unterschiedlicher Form, für Begegnungen, für die Zusammenarbeit mit den Kollegen und im Presbyterium.
Der Abschied von Euch allen fällt mir nicht leicht. Und trotzdem ist es gut so, weil all unser Leben und Wirken begrenzt ist und nur darum Raum für Neues wachsen kann wird. Ich möchte mich daher verabschieden mit einem Bild von einem meiner Hundespaziergänge hier in unserer schönen Eifel, das einen Moment des Herbstes, des Abschiednehmens festhält.
Bleibt behütet
Eure Heike Hirt"
Einladung zur Verabschiedung
Pfarrerin Heike Hirt ist seit 2013 für allgemeine Vertretungsdienste in unserer Region tätig, in den letzten Jahren ausschließlich in der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal. Pfarrerin Heike Hirt verabschiedet sich vom aktiven Pfarrdienst mit einem Gottesdienst am
29. September um 15.00 Uhr
in der Ev. Kirche Hellenthal, Im Kirschseiffen 27.
Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle herzlich zur Abschiedsfeier ins Gemeindehaus eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Presbyterium Trinitatis-KGM Schleidener Tal
Pfr. Oliver Joswig, Vorsitzender


