150 JAHRE KIRCHE ROGGENDORF - Teil III

In den beiden letzten Ausgaben haben wir gesehen, wie wichtig unser fast ebenfalls 150 Jahre altes Kirchengebäude für die Gemeinde ist – sei es als Landmarke evangelischen Glaubens in der Dias­pora, sei es als würdiger und feierlicher Raum um besondere Gottesdienste der Gemeinde und aus persönlichen Anlässen zu feiern. Aber eine Kirchengemeinde ist kein toter Stein, sondern etwas Lebendiges und so wollen wir heute mal lauschen, was sich Kirchenmaus Roki und die freche Taube Kiro über die Entwicklung unserer Gemeinde zu erzählen haben.

Roki: „ Hallo Kiro, Du hast mir bei unseren letzten Treffen davon erzählt, warum unsere schöne Kirche da steht, wo sie steht und wer sie bezahlt und so weiter, aber weißt Du, was ich mich die ganze Zeit frage?“

Kiro: „ Du wirst es mir sicherlich gleich verraten.“

Roki: „Wenn unsere Kirche doch so toll und so alt und so wichtig ist, wie Du immer sagst und ich natürlich auch bestätige, warum gibt es dann in Mechernich Nord noch das Dietrich-Bonhoeffer-Haus und in Blankenheim eine weitere Kirche?“

 

Kiro: „Nun das hat viele Gründe. Du musst Dir mal vorstellen, 7 Jahre bevor die Kirchengemeinde eigenständig wurde, gab es hier rund um Roggendorf ungefähr 120 Menschen evangelischen Glaubens; heute sind es etwa 5.200 Gemeindeglieder: Da ist es doch klar, dass man heute noch ganz andere Angebote machen muss.“

 

Roki: „Wo kommen die 5200 denn alle her?“

 

Kiro: „Naja, es sind ja nun nicht plötzlich alle Katholiken konvertiert.

 

Roki: Äh… konvertiert? Was heißt das?

 

Kiro: Das heißt evangelisch geworden.
Also vor etwa 150 Jahren haben sich Protestanten in der Eifel angesiedelt. Mischehen wurden geschlossen, also eine katholische Frau heiratete einen evangelischen Mann oder umgekehrt. Viele Kinder wurden in der Folge evangelisch getauft.

 

Roki: „Finde ich klasse!“

 

Kiro: „Ja - hat aber nicht viel genutzt. Die ersten 20 Jahre ging es der Gemeinde noch ganz gut, aber mit dem Niedergang des Bergbaus schrumpfte auch wieder die Zahl der Gemeindeglieder. Im Jahre 1900 waren es wieder nur noch 200.“

 

Roki: „ Und wie kamen dann die 5.000 anderen dazu?

Kiro: „Zunächst muss man sagen, dass das auch ganz viel mit einer Art Gebietsreform durch die evangelische Kirche, also durch Beschluss von vorgesetzter Stelle zu tun hatte. Da wurde 1924 der Kreis Schleiden neu aufgeteilt und so kamen weitere Ortschaften bis hin nach Blankenheim dazu. Wer sich diesen Beschluss mal genauer ansehen will, der sollte mal im Gemeindesaal unserer Blankenheimer Kirche nachsehen. Da liegt nämlich eine Urkunde dazu, allerdings nur als Kopie des Archivs der ev. Landeskirche.“

 

Roki: „ Na immerhin.“

 

Kiro: „Nach dem 2. Weltkrieg kamen 300-350 Menschen aus Mittel- und Ostdeutschland zu uns, die von dort vertrieben wurden. Gerade in den Jahren 1945 und 1946 wird das deutlich. Da hat sich allein die Zahl der Taufen innerhalb eines Jahres fast verdreifacht.“

 

Roki: „ Und das ging dann immer so weiter.“

 

Kiro: „Nicht so ganz. Der Zustrom aus Mittel- und Ostdeutschland ebbte natürlich ab. Später kamen wohl nochmal Spätaussiedler. Auf dem Gebiet der rheinischen Landeskirche sind zwischen 1946 und 2015 über 360.000 Protestanten dazu gekommen. Für unsere Region ist dann noch einmal bedeutsam, dass die Zahl der Gemeindeglieder durch den Zuzug gerade aus der Kölner Region anstieg. Dadurch haben uns die gewaltigen Austrittswellen aus der Kirche in den 80er und 90er Jahren nicht ganz so hart erwischt.“

Roki:

„Na dann werden unsere Pfarrerin und unsere beiden Pfarrer aber froh sein, dass sich das ganze wieder beruhigt hat.“

 

Kiro: „ Sind Sie auch. Trotzdem bleiben wir Evangelischen hier in der Eifel in der Diaspora, also in der Minderheit. Genau weiß ich es nicht, aber ich meine, ich hätte den Anteil an der Bevölkerung auf unserer Homepage gelesen.“

 

Roki: „ Was, da steht so etwas? Da schaue ich direkt mal nach.  Dann arbeitet  die Maus sozusagen mit der Maus. Hihihi. Aber vielleicht weiß die Zahl ja auch jemand aus unserer Gemeinde.“

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Roggendorf Auf dem Weg durch die Zeit verfasst von Werner Groß, 1994 von der Evangelischen Kirchengemeinde herausgegeben

Evangelische Kirche im Rheinland, Stabsstelle Strategisches Controlling

Homepage der ev. Kirchengemeinde Roggendorf

 

Martina Schürmann 
 

 

 

Miteinander – Füreinander

 

 

 

150 Jahre Kirche Roggendorf

 

 

 

Festwochenende: 16. / 17. September

 

 

 

Die Planungen sind in vollem Gange; soviel steht schon fest:
Samstag Abend ein Festgottesdienst mit Abendmahl, Gastprediger Superintendent Pfarrer Hans Peter Bruckhoff; anschließend Empfang und abschließend eine Lichtshow in der Kirche.

 

Sonntag Familiengottesdienst gegen 14.00 Uhr, Gemeindefest rund um die Kirche mit Kletterangeboten, Quiz, Luthers Wartburg,

 

Kaffee Kuchen und andere Snacks,

 

       abschließend gegen 19.00 Uhr Kabarettprogramm
            mit Rainer Schmidt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Evangelische Kirchengemeinde Roggendorf

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Tel.: 02449 / 1677
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Fernblick 2
53894 Mechernich
Tel.: 02443 / 317922
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