150 JAHRE KIRCHE ROGGENDORF - Teil II

In der letzten Ausgabe des Gemeindebriefs haben wir davon berichtet, dass unsere Kirchengemeinde Roggendorf im nächsten Jahr auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken kann. Bei diesem Rückblick haben uns die neugierige Kirchenmaus Roki und die freche Taube Kiro geholfen. Das wollen sie auch heute tun. Schließlich sind sie nicht nur darauf stolz, dass es die evangelische Kirchengemeinde schon so lange gibt, sondern auch auf ihren exklusiven Wohnsitz; dem Kirchengebäude in Roggendorf, das zumindest für die hiesige Gegend ziemlich einzigartig ist. Nachdem es zunächst nur einen Betsaal, eine Pfarrwohnung sowie ein Schulhaus der evangelischen Gemeinde gab, wurde das Kirchengebäude im Frühjahr 1869 nach 3 Jahren Bauzeit vollendet. Die Betreiberfamilien der Blei- und Silberbergwerke hatten mit ihren Spenden die Kosten für den Marmor-Altar, der Orgel (Ibach-Orgel von 1868) und der ersten Bronzeglocken getragen. Seit 1988 sind die drei Gebäude in die Denkmalschutzliste eingetragen.

Was sicherlich vielen nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass die Kirche zum Ende des 2. Weltkrieges hin, als Behelfslazarett diente. Wie bereits in der letzten Ausgabe beschrieben, hatte die Kirche im 2. Weltkrieg gelitten. So musste das Glockengeläut ersetzt und zahlreiche Reparaturen an den Kirchenfenstern vorgenommen werden.

Roki und Kiro erkunden die Kirche Unsere Kirchenmaus Roki ist natürlich sehr klein und sieht daher vieles nicht. Deshalb weiß sie auch nicht, dass es schon eine Besonderheit einer evangelischen Kirche ist, im Kirchenfenster eine Christusfigur abzubilden. Sie erkennt auch nur schwach, dass in der Kuppel des Altarraums etwas geschrieben steht. Als sie mal ihren kuscheligen Platz im Heizungsraum verlassen hatte, um an einem sonnigen Tag einen Spaziergang über den benachbarten Friedhof zu machen, sah sie, dass über dem Holzportal der Kirche etwas geschrieben steht. Kurzerhand fragte sie Kiro, was es damit auf sich habe.

Roki: „Hallo Kiro, ich bin ein bisschen klein und kurzsichtig. Kannst Du mir mal helfen?“

Kiro: „Na klar, wobei denn?“

Roki: „Ich komme ja nicht so oft vor die Tür und nun sehe ich, dass über dem Portal etwas geschrieben steht und ich weiß nicht was?“

Kiro: „Also, was verlangst Du von einer Taube? Das sie lesen kann? Ich kann Dir was von der Umgebung erzählen. Nämlich, dass sogar die Bäume vor der Kirche  denkmalgeschützt sind und eigentlich gar nicht so durcheinander stehen dürften, wie sie es tun, sondern eine schöne Anordnung bilden sollen. Ich kann Dir auch erzählen, dass sich seit deinem letzten Besuch auf dem Friedhof eine ganze Menge getan hat. Es ist jetzt viel aufgeräumter da und es gibt dort neue Formen der Bestattung. Z.B. kann man dort jetzt eine Tafel für seinen Angehörigen an einer Stele anbringen lassen und braucht sich nicht weiter um die Grabpflege zu kümmern.“

Roki: „Du lenkst ab; erzähle mir lieber etwas über die Kirche.“

Kiro: „Selbst schuld. Du neugierige Maus hast sicherlich schon gemerkt, dass die Kirche ein längliches Rechteck bildet. Das ist kein Zufall.“

Roki: „ Wieso nicht?“

Kiro: „Nun denn, streng und organisiert, wie die Protestanten nun mal immer waren…

Roki: „ehemm, ehemm…“

Kiro: „Streng und organisiert, wie sie waren, liegt nach Plänen des Aachener Architekten J. Kracht dem Grundriss dieses Backsteinbaus im spät-klassizistischem Stil deshalb diese Form zugrunde, damit es speziellen Vorschriften des Eisenacher Regulativs entspricht und damit die dem evangelischen Gottesdienst angemessene Grundform aufweist.‘“

Roki: „Wow. Damit kannst Du aber sicher bei jeder vorbeifliegenden Taube punkten.“

Kiro: „Naja, das habe ich nur so abgelauscht, als sich Architekten unser Gebäude näher angeschaut haben und auch von der ornamentalen Bemalung der Kassettendecke und der Gobelinmalerei mit imitiertem Faltenwurf geschwärmt haben, der mindestens für den Kirchenkreis und darüber hinaus einzigartig ist. Dagegen nimmt sich das Dietrich-Bonhoeffer-Haus doch eher bescheiden aus.“

Roki: „Hast Du es gut. Das ist für mich kleine Kirchenmaus viel zu weit weg. Erzähl doch mal.“

Kiro: „Also das Dietrich-Bonhoeffer-Haus, das auch schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, ist eigentlich nie so richtig zu Ende gebaut worden. Der Raum, den die Gläubigen dort als Gottesdienstraum nutzen, ist eigentlich nur ein Teil eines „Arbeitszentrums“. Der eigentliche Kirchenraum und andere Gebäudeteile sind nie wie ursprünglich geplant, gebaut worden.“

Roki: „Wie und das hat man all die Jahre so belassen.“

Kiro: „ Ja vielleicht waren da unsere Vorfahren beim Kirchenbauen etwas entschlussfreudiger oder hatten mehr Sponsoren.“

Roki: „Für wie viele Leute muss es denn überhaupt Platz geben?“

Kiro: „Nun, ja insgesamt hat die evangelische Kirchengemeinde Roggendorf so um die 5.300 Gemeindeglieder, aber die wohnen natürlich nicht alle in Mechernich.“

Roki: „Ich bin schon schwer beeindruckt, was Du so alles weißt.“

Kiro: „Danke, danke. Aber noch mehr beeindrucken könnte ich sicherlich, wenn ich auch lesen könnte, was in dieser seltsamen Sprache am Portal steht.“

Roki: „Tja, da müssen wir beide wohl mal die Gottesdienstbesucher fragen."

Quelle: Resümee Gebäudestrukturanalyse Kirchengemeinde Roggendorf

Martina Schürmann

 

 

 

 

Achtung vormerken!!!

 

Wir feiern

 

150 Jahre Kirche Roggendorf am

 

16. / 17. September 2017

 

Evangelische Kirchengemeinde Roggendorf

Gemeindebüro: Karolina Kracht

Mechernich
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 1
Tel.: 02443 / 2497
Fax.: 02443 / 4038
Bürozeiten:  Di, Mi, Fr 9-12 und  Do 15-18 Uhr

Blankenheim
Lühbergstr. 10
Tel.: 02449 / 1677
Fax.: 02449 / 919640
Bürozeiten:  Do 9.30-12 Uhr

E-Mail

Pfarrerin Susanne Salentin

Dietr.-Bonhoeffer-Str. 3
53894 Mechernich
Tel.: 02443 / 901867 
E-Mail

Pfarrer Christoph Cäsar

Lühbergstr. 10
53945 Blankenheim
Tel.: 02449 / 1677
E-Mail

Pfarrer Michael Stöhr

Fernblick 2
53894 Mechernich
Tel.: 02443 / 317922
E-Mail