Liebe Gemeinde

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Was für eine harte, unsensible, leicht vorwurfsvolle Frage gegenüber Menschen, die trauern. Jesus, ihr Freund, ihr Vorbild, ihr Held ist tot; man hat ihn zum Schweigen gebracht. Er wurde gekreuzigt.

Josef von Arimathäa begrub Jesus in einem Felsengrab; die Frauen warteten den Sabbat ab; nun wollen sie  Abschied nehmen und wie es der Brauch ist, ihn noch salben mit wohlriechenden kostbaren Ölen. Sie wollen sich erinnern an die gemeinsame wunderbare Zeit, sie wollen die Bilder der Kreuzigung aus dem Kopf bekommen und stattdessen das hoffentlich friedliche Antlitz ihres toten Freundes im Herzen bewahren.

Sie sind mutig – sie weichen dem Tod und ihrer Trauer nicht aus, sind bereit sich diesem Abschied zu stellen. Aber sie sind auch gefangen in ihrer Trauer und können nichts anderes sehen als den Tod und das was mit ihm alles zu Ende gegangen ist ….

Ebenso wie der Tod – wenn er in unser Leben tritt – auch unser ganzes Denken und Fühlen gefangen nimmt und vollständig absorbiert.

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.

So die beiden Männer in glänzenden Kleidern vor dem Grab Jesu. Sie stellen sich den Frauen in den Weg. Während die Frauen wie gebannt auf das Grab starren schauen sie aus dem Grab heraus und sprechen ins Leben hinein. Sie haben eine andere Perspektive als die Frauen. Sie haben das Leben in den Blick genommen. Zugegeben etwas unsanft fordern sie die Frauen auf, das ebenfalls wieder zu tun, das Leben in den Blick nehmen. Hinter dem etwas harten Tonfall steckt Überzeugung und der feste Wunsch, die Frauen in ihrem Gebanntsein vom Tod herauszuholen, sie aufzurichten, sie an die Hand zu nehmen und dem Leben wieder zuzuführen.

Liebe Gemeinde, dieser Weg zurück ins Leben - er ist gebahnt, er steht uns allen offen. Jesus ist auferstanden, er hat die Macht des Todes gebannt, ihn in seine Schranken verwiesen.

Aber wie die Frauen am Grab brauchen auch wir Menschen an unserer Seite, die uns diesen Weg zurück in das Leben führen. Die uns helfen von der Trauer hin zur dankbaren Erinnerung, die uns helfen von der Erstarrung hin zum Trost, die uns helfen von der Ratlosigkeit hin zu neuer Freude.   Die Osterbotschaft können wir uns nicht selber sagen; sie muss uns zugesprochen werden. Darum auch eine herzliche Einladung zu unseren Ostergottesdiensten.

 

Es grüßt sie herzlich Ihre

Susanne Salentin

Evangelische Kirchengemeinde Roggendorf

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